Wenn der Pulli mit der Heizungsanlage spricht – PropTech Round-Up Juni

Nikolai Roth Allgemein, News, Standard Leave a Comment

Was ist im Juni Neues im PropTech-Sektor passiert?  Mit dem PropTech Round-Up möchte ich euch eine Übersicht verschaffen: Diesen Monat mit Hubitation, iDwell, Finexity, Drooms, Zinsbaustein, Building Radar und dem World Wide Web Consortium (W3C).

 

Das Internet of Things hat jetzt einen Web-Standard

Anfang des Monats hat das World Wide Web Consortium (W3C) einen offiziellen Standard für das Internet der Ding (IoT für engl. Internet of Things) vorgestellt. Der neue Standard verbindet nun sämtliche Dinge wie Kühlschränke, Mikrowellen, Kaffeemaschinen, smarte Jacken, T-Shirts und Co., aber auch Klimaanlagen, Heizungen, Haustüren und Alarmanlagen. Der Standard trägt den Namen WOT/TD (Web of Things/ Thing Description).

Bisher war das Internet der Dinge noch nicht standardisiert, so dass es vereinzelte Inselgruppen von verbindbaren Dingen gab. Diese waren jedoch bisher untereinander nicht kompatibel, da sie nach verschiedenen Standards programmiert wurden. Nun steht die Software für den gemeinsamen Standard frei zur Verfügung. Über nur noch fingernagel-große Server, die in den Geräten oder Dingen verbauten werden, sollen sie künftig per WOT/TD über das 5G-Netz frei kommunizieren können.

Für PropTechs stehen damit vollkommen neue Möglichkeiten offen: Bald sagt mein Pullover meiner Heizung, dass ich es schon warm habe. Eine wichtige Aufgabe hat das W3C der Branche aber gelassen. Die Sicherung der Dinge durch Firewalls etc. muss noch in die Software integriert werden.

 

Nassauische Heimstätte wird für Accelerator hubitation ausgezeichnet

Auch diesen Monat sind wieder ein paar Glückwünsche auszusprechen. Beginnen möchte ich hier mit der Nassauischen Heimstätte, die für ihren Accelerator hubitation mit dem Zukunftspreis der Deutschen Wohnungswirtschaft ausgezeichnet wurde. Der Accelerator unterstützt gezielt StartUps und PropTechs, die Innovationen auf den Feldern Smart Living, energetischer und sozialer Quartiersentwicklung sowie Bauprojekten voranbringen.

Vergangenes Jahr hat es hubitation beispielsweise ermöglicht, dass die jungen StartUps Smartivate und fresh energy an der Expo Real teilnehmen konnten. In Pitch-Wettbewerben und Mentorings wird die Interaktion zwischen Mitarbeitern der Nassauischen Heimstätte und der jungen StartUps ermöglicht. Ein Sparring mit deutlichem Mehrwert, wie ich finde.

Weitere Zukunftspreise gingen neben hubitation auch an das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung und die Gelsenkirchener Vivawest. Die Joseph-Stiftung aus Bamberg wurde für den „Digital Co-Worker“ ausgezeichnet, der strukturierte Prozesse automatisiert. Vivawest erhielt den DW-Zukunftpreis für das Transformationsprojekt „Freiraum“, bei dem in Kreativräumen hierarchieübergreifend Prozesse entwickelt und getestet werden.

 

iDwell gewinnt apti-Award 2019

Weitere Glückwünsche richten sich an iDwell. Das Unternehmen hat am 18. Juni den Preis der Austrian PropTech Initiative (apti) abgeräumt. Im Wettbewerb waren über 50 Unternehmen. Im Finale hat sich das junge Immobilien-CRM (Customer Relation Management)-Unternehmen gegen 5 weitere Herausforderer aus Europa durchgesetzt.

Der Preis für die Wiener umfasst ein Werbebudget in Höhe von 15.000 € um das CRM-System in „Die Presse“ und „Immobilien Magazin“ bekannt zu machen. Außerdem hat das Unternehmen eine Pitchbox auf der PropTech Vienna am 07. November erhalten.

Finexity handelt nun mit tokenisierten Immobilien-Anteilen auf Blockchain-Basis

Die Hamburger von Finexity haben einen Meilenstein der deutschen PropTech-Szene erreicht. Nach erfolgreicher BaFin-Abstimmung darf das Unternehmen künftig Immobilien per Crowd-Investing finanzieren und die Anteile auf Blockchain-Basis tokenisiert handeln.

Die Blockchain wird aus Sicherheitsgründen vorerst nicht öffentlich betrieben. Finexity ermöglicht Anlegern jedoch transparenten Einblick in die gehaltenen Tokens. Diese können zudem auf dem Marktplatz des Unternehmens gehandelt werden. Über den Wert der Tokens kann so theoretisch ein tagesaktueller Wert der Immobilien bestimmt werden. Finexity-Geschäftsführer Paul Hülsmann erklärt jedoch, dass quartalsweise Gutachten zu den Objekten erstellt werden sollen, um regelmäßig den tatsächlichen, materiellen Marktwert zu bestimmen.

Die Tokens repräsentieren wirtschaftlich betrachtet kleine Teile der Immobilie, die frei zwischen verifizierten Kunden gehandelt werden. Die Tokens gewähren Rechte auf anteilige Mieterträge, Tilgungsgewinne und allgemeine Wertsteigerungen der jeweiligen Immobilien. Der Vorteil gegenüber offenen Immobilienfonds besteht darin, dass jeder Anleger ein individuelles Portfolio aufbauen kann und somit unabhängig von Fondmanagern ist.

Drooms baut künstliche Intelligenz weiter aus

Auch in Sachen Personalentwicklung gibt es diesen Monat wieder etwas zu vermelden. Dieses Mal vom Datenraum-PropTech Drooms. Das Unternehmen vermeldet Investitionen in Machine Learning durch Gewinn eines KI-Experten. Seit erstem Juni ist Johannes Leveling Leiter des internationalen Teams Machine Learning.

Leveling ist seit 20 Jahren auf diesem Gebiet tätig. So war er bei Teckro, einem Digitalisierer von klinischen Studien, Vice President Data Science and Machine Learning. Dort leitete er die Entwicklung einer mobilen Applikation zum Austausch von klinischen Studien. Zuvor hat er als Lead Data Scientist sowie Technical Research Director bei Elsevier gearbeitet. Das Unternehmen führt Informationsanalysen im Gesundheitswesen durch.

Bei Drooms wird Johannes Leveling nun Machine Learning zur Effizienzsteigerung bei der Datenpflege einsetzen. KZinsbaustein und Building Radar suchen mit KI nach Crowd Investing-Projekten

Zinsbaustein und Building Radar suchen mit KI nach Crowd Investing-Projekten

Das Crowd-Investing-Unternehmen Zinsbaustein kooperiert zukünftig mit Building Radar, einer Datenanalyse-Plattform für Bauprojekte. Ziel der zunächst für zwölf Monate geplanten Zusammenarbeit ist per Datenanalyse vielversprechende Objekte für Crowd Investing zu akquirieren.

Building Radar nutzt eine künstliche Intelligenz, um Bauprojekte und Ihren aktuellen Stand in Echtzeit im Blick zu behalten. Die KI crawlt unter Anderem Zeitungen und kann allein hier 16.000 Bauprojekte täglich identifizieren. Nutzer des Tools können dann für sie relevante Bauprojekte herausfiltern. Zinsbaustein sucht auf diesem Weg Bauprojekte, die von Umfang und Qualität für Crowd Investing geeignet sind.

Der Kooperation der Unternehmen ging eine Testphase voraus, die scheinbar zufriedenstellende Ergebnisse hervorbrachte.

Bist du schon digital gefördert?

Zum Schluss noch ein kleiner Lesetipp – vor Allem für die unter euch, die zur traditionellen Immobilienwirtschaft gehören. Kürzlich bin ich auf einen Artikel über Förderprogramme für Digitalisierung in der Immobilienbranche gestoßen.

Scheinbar werden diese Programme aktuell nur sehr spärlich genutzt. Grund: Die Programme seien größtenteils noch sehr unbekannt. Als Förderer der Digitalisierung möchte ich euch den Artikel daher natürlich nicht vorenthalten. Hier geht es zum Artikel auf haufe.de.

An dieser Stelle würde mich aber interessieren, ob ihr Digitalförderung in Anspruch nehmt. Wusstet ihr, dass es sie gibt?


Das war es auch schon mit der Juni-Ausgabe des PropTech Round-Up. Habe ich wichtige Meldungen vergessen, die Du hier gerne gelesen hättest? Schreib sie mir gern in die Kommentare. Über Tipps bin ich immer sehr dankbar! Wir hören uns Ende Juli wieder, zur nächsten Ausgabe.

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