“Die Digitalisierung der Immobilienbranche steckt heute noch immer in den Kinderschuhen.”

Nikolai Roth Allgemein, Interviews Leave a Comment

Die Digitalisierung der Immobilienverwaltung gewinnt zunehmend an Relevanz. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, hat  iDWELL mit dem iDWELL Marktplatz eine App für Handwerker-Dienstleistungen entwickelt. Mit CEO Alexander Roth spreche ich darüber, wie er mit seinem Unternehmen diesen Bereich revolutionieren will und welche Erfahrungen er bei der Expansion nach Deutschland gemacht hat.

iDWELL hat es sich zum Ziel gesetzt den Arbeitsalltag von Immobilienverwaltungen zu erleichtern – was hat dich zu dieser Idee inspiriert?

Die ursprüngliche Inspiration zu iDWELL stammt aus meinem familiären Umfeld: mein Schwiegervater führt eine mittelständische Immobilienverwaltung und wurde auch an Feiertagen, Sonntagen oder zu anderen ungünstigen Zeitpunkten von seinen Kunden kontaktiert – sei es via Telefon, Whatsapp oder Social Media. Da begann ich zu überlegen, wie man diese Prozesse einfacher und den Alltag von Verwaltungen in Zusammenarbeit mit Mietern, Eigentümern und Dienstleistern effizienter gestalten könnte.

Zu der Zeit war ich beruflich als Produktmanager bei der größten deutschsprachigen E-Commerce Plattform “Blackfridaysale.de” tätig und konnte bereits auf weitreichende IT-Expertise zurückgreifen.

iDWELL in der TV-Ansicht

iDWELL in der TV-Ansicht ©iDWELL

Die Digitalisierung der Immobilienbranche steckt heute noch immer in den Kinderschuhen – vor drei Jahren, als wir mit der Produktentwicklung starteten, waren mobile Technologien in der Immobilienwirtschaft so gut wie noch gar nicht verbreitet. Die Entscheidung,  die digitale Revolution in diese traditionelle Branche zu bringen, war gewagt – jedoch gibt uns der heutige Erfolg Recht.

Dein Unternehmen wurde dieses Jahr zum innovativsten PropTech Start-up gewählt – welche Vorteile /Potentiale haben sich für euch aus dieses Auszeichnung ergeben?

Neben internationaler Aufmerksamkeit und starker medialer Präsenz im österreichischen Raum ist die Zahl der proaktiven Anfragen nicht nur von Kunden-, sondern auch von Investorenseite gestiegen. Unser Team startet noch selbstbewusster in Kundengespräche und arbeitet mit voller Motivation daran, nach der Marktführerschaft in Österreich nun auch Deutschland zu erobern. Der Zusammenhalt im Team war schon vor dieser Auszeichnung stark, wurde aber durch den Award noch mehr gepusht. Last, but not least, konnten wir aufgrund des großzügigen Siegerpreises auch eine kleine Einsparung im Marketing-Budget verzeichnen.

Das Team von iDWELL beim apti-Award ©iDWELL

Aktuell expandierst du mit deinem Unternehmen nach Deutschland. Welche Vorteile und Hürden birgt der Markt in Deutschland im Vergleich zu eurem Heimatmarkt?

Der deutsche Immobilienmarkt ist nicht nur wesentlich größer, sondern er ist auch neuen Technologien gegenüber viel aufgeschlossener als der Österreichische. Die Entscheidungszyklen unserer deutschen Interessenten sind bedeutend kürzer: einige Kunden entscheiden sich innerhalb weniger Tage nach der Erstpräsentation des Produktes! Auch sind deutsche Immobilienverwaltungen viel begeisterungsfähiger – sie brennen wirklich für innovative Produkte. Außerdem weiß man bei deutschen Kunden immer, woran man ist – wenn der Kunde sagt, er entscheidet nächste Woche, dann hat die Aussage auch Handschlagqualität.

Du hast mit deinem iDWELL Marktplatz eine App für Handwerker konzipiert. Wie wird diese Innovation deiner Meinung nach den deutschen Markt für Handwerker-Dienstleistungen verändern?

Die iDWELL CRM Software ©iDWELL

Ich denke, dass mit der Integration des iDWELL Marktplatzes unter den Dienstleistungsunternehmen der Konkurrenzdruck, und dadurch auch die Servicequalität steigen wird. Voraussichtlich nimmt Hand in Hand damit auch der Preisdruck zu. Handwerker werden bessere Verfügbarkeiten für Immobilienverwaltungen aufweisen, und die Zusammenarbeit von Handwerkern, Verwaltungen und Bewohnern bei der Bearbeitung von Schadensmeldungen wird wesentlich effizienter ablaufen.

Wenn du einmal zehn Jahre in die Zukunft blickst: Wie sieht die Immobilienwirtschaft in Zukunft aus? Welche Rolle nimmt iDWELL dabei ein?

iDWELL-CEO Alexander Roth ©iDWELL

 Die Servicequalität rund um Immobilien wird in den kommenden Jahren einen besonders hohen Stellenwert entwickeln. Wir sehen bereits im Co-Working Sektor durch Unternehmen wie WeWork, Talent Garden & Co, dass eine Immobilie wesentlich mehr bieten muss als einfach nur einen Arbeitsplatz oder Wohnraum. Im Bereich von Gewerbe-, aber auch Wohnimmobilien, stehen Servicierung und Rentabilitätssteigerung durch Dienstleistungen erst ganz am Anfang ihrer digitalen Möglichkeiten.

In 10 Jahren wird iDWELL im DACH Raum die Servicequalität von weit über 5 Millionen, mit etwas Glück, sogar von mehr als 10 Millionen Wohnungen optimieren. Unsere Mission der selbstverwalteten Immobilie wollen wir durch die Vernetzung aller Stakeholder erzielen – als Teil dessen suchen wir stetig nach Möglichkeiten die Servicequalität in der Immobilie zu steigern und zu automatisieren.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, Alexander.

 

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