PropTech-Szene 2020

Nikolai Roth Allgemein Leave a Comment

2019 war ein sehr spannendes und ereignisreiches Jahr für die Immobilienbranche und die PropTech-Szene. Auch das Jahr 2020 hält mit Sicherheit wieder viele interessante Entwicklungen für die Immobilienbranche bereit. Um euch für das laufende Jahr eine Prognose über die zu erwartenden Trends und Herausforderungen für die Branche zu geben, habe ich einige Persönlichkeiten aus der PropTech-Szene um ein Statement zu ihren Erwartungen für das Jahr 2020 gebeten.


Simon Brunke, Vorstand/ Vertrieb & Finanzen Exporo

Simon Brunke, CEO Exporo

Simon Brunke, Vorstand / Vertrieb & Finanzen  Exporo:

“Immobilieneigentum wird schon bald so unkompliziert gehandelt werden wie heute etwa Aktien. Digitale Wertpapiere wie sie Exporo bereits anbietet werden zum Anlage-Mix selbstverständlich dazugehören. Anleger werden schon zeitnah von überall auf der Welt digitale Immobilieninvestments abschließen und weltweit mit anderen Anlegern handeln können – innerhalb von Sekunden.“


Sebastian Schuon, Co-Founder Alasco

Sebastian Schuon, Co-Founder Alasco

Sebastian Schuon, Co-Founder Alasco:

“Ich denke, 2020 wird sehr spannend, weil Firmen in der Bau- und Immobilienwirtschaft sich schon nach neuen Lösungen umgeschaut haben im letzten Jahr. Natürlich brauchen die Lösungen etwas bis sie implementiert sind, deshalb werden die Benefits dieses Jahr erst richtig wahrgenommen. Und ich denke das wird bemerkt, so dass noch viel mehr PropTechs mit ihren Lösungen eingesetzt werden.”


Kjell Ole Beckmann, Managing Director REOS

Kjell Ole Beckmann, Managing Director REOS

Kjell Ole Beckmann, Managing Director REOS:

“Ich bin davon überzeugt, dass die anfängliche Konsolidierung innerhalb der Proptech-Szene immer weiter an Fahrt gewinnt – mit Vorteilen für die etablierten Proptechs sowie für die möglichen Newcomer und Drittanbieter auf dem Markt. Während die etablierteren Geschäftsmodelle zunehmend von Wachstumsfinanzierungen profitieren werden, springen einzelne, digitale Nischenlösungen auf den fahrenden Zug mit auf. Sie schließen sich zu einem „Allroundpaket” zusammen, bei dem Plattformen eine entscheidende Schlüsselfunktion zugesprochen wird. Strategische Partnerschaften ermöglichen hierbei erstmals Wertschöpfung über alle Stakeholder hinweg und stärken die Zusammenarbeit untereinander. Investitionen in Plattformen sind Investitionen in einen zukunftsfähigen Kern der Immobilienbranche.“


Nikolas Samios, Managing Partner PropTech1 Ventures

Nikolas Samios, Managing Partner PropTech1 Ventures

Nikolas Samios, Managing Partner PropTech1 Ventures:

“Das Thema Nachhaltigkeit wird über kurz oder lang auch in konservativen Kreisen zum Mainstream. Untrügbares Zeichen dieser Entwicklung: Erste Großinvestoren und Private-Equity-Häuser positionieren sich öffentlich für mehr Klimaschutz. Wie so oft sind diejenigen Marktteilnehmer, die dies bereits früh als Chance verstehen, im Vorteil und da Geschwindigkeit die Stärke von Startups ist, antizipieren wir eine ganze Generation von smarten Gründungen („GretaTech“), die sowohl ein wirtschaftlich hochattraktives Geschäft produzieren und zugleich eine zweite ökologische Rendite erwirtschaften können. Zudem erwarten wir eine Art „Next Gen des Plattenbaus“. Standardisiertes, industrialisertes, modulares Bauen tritt an, um Probleme wie Baumängel, Verzögerungen bei der Fertigstellung und Arbeitskräftemangel am Bau zu lösen. Anders als in den 1950er Jahren werden dabei heute neue Materialien sowie digitale Technologien eingesetzt, welche Konstruktionsmöglichkeiten und Variabilität verbessern, die Präzision und Produktivität in der Fertigung erhöhen und die Logistik erleichtern, bis hin zum 3D-Drucker vor Ort. Startups, die diesen Methoden-Notstand verbessern und/oder durch moderne Fertigungsansätze Skalierung schaffen, werden entsprechend profitieren.”


Dr. Titus Albrecht, Co-Founder & CEO realxdata

Dr. Titus Albrecht, Co-Founder & CEO realxdata

Dr. Titus Albrecht, Co-Founder & CEO realxdata:

„PropTechs treiben die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft voran. Das wird auch 2020 so sein. Im Unterschied zu vergangenen Jahren wird es zukünftig aber immer mehr Kooperationen und Mergers unter den PropTechs geben. Das haben wir bereits Ende 2019 gesehen. Es wird also 2020 vor allem darauf ankommen, neben dem eigenen Geschäftsmodell auch die strategischen Partnerschaften genau im Blick zu haben.“


Peter Schindlmeier, Founder & CEO casavi

Peter Schindlmeier, Founder & CEO casavi

Peter Schindlmeier, Founder & CEO casavi:

“Die erste große PropTech Welle liegt mittlerweile gute fünf Jahre zurück. Einige Unternehmen aus dieser Gruppe konnten mittlerweile den Beweis antreten, dass Ihre Produkte und Geschäftsmodelle den berühmten Product/Market-Fit erreicht haben. Dieser Umstand wird 2020 zu einer deutlichen Zunahme an Kooperationen zwischen Proptechs und etablierten Branchenunternehmen – sowohl Immobilienunternehmen als auch immobiliennahe Dienstleister – führen, da diese mittlerweile den Wert der neuen Lösungsanbieter besser einordnen und mit den eigenen Kernkompetenzen und Herausforderungen abgleichen können.”


Marc Gille, Founder Thing it

Marc Gille, Founder Thing it

Marc Gille, Founder Thing-it:

“Der Markt ist immer noch frühphasig. Allerdings gibt eine deutliche Steigerung insbesondere bei Großprojekten, die weit über das Pilotstadium hinausgehen und wo breite Digitalisierungsfunktionen z. B. campusweit ausgerollt werden. Ebenso gibt es Beispiele, wo durchaus breitere Lösungen auch schon skalierbar und kostengünstig ausgerollt werden. Zu den größten Treibern der Immobilienwirtschaft gehört für mich insbesondere die mobile Vernetzung allgemein zur Interaktion zwischen Nutzern in einem Gebäude. Das zeigt sich an der Zugangskontrolle, Sensorik zur Flächen- und Arbeitsplatzausnutzung, Sensorik zu Nachhaltigkeit- und Energiemanagement oder Beacons zu Indoor Location/Wayfinding.”


Günter Wolter, Co-Founder ENER-IQ

Günter Wolter, Co-Founder ENER-IQ

Günter Wolter, Co-Founder ENER-IQ:

“2020 hat neue Regelungen in der Förderlandschaft hervorgebracht. Heizungsanlagen werden jetzt nur noch in Verbindung mit der Planung von regenerative Energien gefördert. Solche hybriden Heizungssysteme im Wohnungsbau erfordern zur Sicherstellung eines effizienten Betriebsverhaltens ein energetisches und technisches Monitoring. Nur auf dieser Grundlage kann ein Energieanalyst und später eine künstliche Intelligenz, KI, einen effizienten Betrieb sicherstellen. Der Markt in Richtung Digitalisierung von Heizungsanlagen wird sich stark entwickeln. Es ist sicherzustellen, dass die regenerativen Wärmerzeuger ihre Wärme in der größtmöglichen Menge erzeugen können und nicht, wie derzeit in vielen Heizungsanlagen, durch fossile Wärmeerzeuger verdrängt werden.”


Sebastian Wagner, CEO Hausgold

Sebastian Wagner, CEO Hausgold

Sebastian Wagner, CEO Hausgold:

“Neben den immer härter umkämpften Verkaufsobjekten sorgen Gesetzesänderungen im Immobilienmarkt für eine Verunsicherung beim Eigentümer bzw. Verkäufer und eine entsprechende Beratungsintensität auf Maklerseite. Das bietet zuerst einmal Chancen für die PropTech-Branche – wenn diese den Maklern konsequent den Rücken freihält und sie auf Augenhöhe unterstützt, ist das Potenzial nach wie vor sehr groß und noch lange nicht voll ausgeschöpft. Entsprechend groß ist auf Investorenseite die Bereitschaft für neue digitale Ansätzen und technische Lösungen auch mehr Venture Capital fließen zu lassen. Allerdings werden sich auch 2020 wieder kleinere und wenig innovative PropTechs vom Markt verabschieden. Ebenso schnell werden die umsatzstarken PropTechs an den großen und „alteingesessenen“ Playern aus der Immobilienbranche vorbeiziehen und sich auf dem Markt etablieren.”

An dieser Stelle bedanke ich mich vielmals bei allen für  ihre spannenden Brancheneinschätzungen und bin gespannt wie sich die PropTech-Szene in den nächsten Monaten entwickeln wird.

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